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Chemikalienbeständigkeit von Medizinprodukten und medizintechnischen Komponenten

Sichere Materialien im Klinikalltag – geprüfte Beständigkeit gegenüber Desinfektions- und Reinigungsmitteln

In medizinischen Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen oder Laboren sind Materialien einer besonders intensiven und regelmäßigen chemischen Belastung ausgesetzt. Medizinprodukte, Gehäuse, Bedienelemente oder Oberflächen werden täglich mit hochwirksamen Desinfektions- und Reinigungsmitteln behandelt. Die dabei eingesetzten Medien – ob alkoholbasiert, sauer, alkalisch oder oxidierend – können Kunststoffe und Beschichtungen langfristig schädigen.

Um die Langzeitbeständigkeit und Produktsicherheit zu gewährleisten, führen wir bei DEKRA (ehemals K-Labor) gezielte Prüfungen zur Chemikalienbeständigkeit durch – normgerecht, praxisnah und auf medizinische Anforderungen zugeschnitten.

Typische Prüfmedien im medizinischen Umfeld

Unsere Prüfungen simulieren die reale Exposition gegenüber:

  • Flächendesinfektionsmittel auf Alkoholbasis (Ethanol, Isopropanol, Propanol)
  • Oxidativ wirkenden Desinfektionsmitteln (z. B. auf Wasserstoffperoxid-, Peressigsäure- oder Hypochloritbasis)
  • Aldehydhaltigen Desinfektionsmitteln (z. B. Glutaraldehyd)
  • Quaternären Ammoniumverbindungen (QAV)
  • Alkalischen und sauren Spezialreinigern für die Instrumenten- oder Flächenaufbereitung
  • Mehrkomponentigen Hochleistungsreinigern für OP- und Intensivbereiche

Die Auswahl orientiert sich an den im Gesundheitswesen üblichen Wirkstoffgruppen sowie an den Herstellerangaben der Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Prüfmethoden zur Desinfektionsmittelbeständigkeit

Wir prüfen die Materialverträglichkeit unter realitätsnahen Bedingungen nach DIN EN ISO 2812 (Teile 1–4), ergänzenden Normen sowie Herstellervorgaben:

  • Wischprüfungen und Tropftests: Desinfektionsmittel werden mehrfach aufgetragen oder punktuell appliziert – simuliert wird der tägliche Reinigungszyklus.
  • Einlagerung in Desinfektionslösungen: Kunststoffproben werden über Stunden oder Tage in verdünnten oder unverdünnten Reinigungsmitteln gelagert – bei Raumtemperatur oder erhöhten Temperaturen.
  • Anwendung mit saugfähigen Trägermaterialien (z. B. Zellstoffvlies): zur Langzeitwirkung bei feuchter Belastung.
  • Prüfung unter mechanischer Belastung (z. B. Vorspannung, Biegebeanspruchung): zur Erkennung von Spannungsrissen und Materialschäden.
  • Kombination mit Wärmelagerung und Klimabelastung zur Simulation der realen Bedingungen in Kliniken oder bei Transport und Lagerung.

Bewertet werden u. a.:

  • Farbveränderungen, Glanzverlust, Versprödung, Rissbildung
  • Aufquellen, Abplatzungen, Spannungsrisse
  • Veränderungen der Oberflächenstruktur (z. B. Trübungen, Mattierung)
  • Verlust mechanischer oder funktionaler Eigenschaften
  • Kompatibilität mit Bedruckungen, Displays, Folien und Beschichtungen

Alle Ergebnisse werden detailliert dokumentiert – mit Fotodokumentation, Klassifizierung gemäß Norm oder Herstellervorgaben sowie Empfehlungen zur Materialoptimierung oder zum Produktschutz.

Typische Einsatzbereiche:

  • Gehäuse und Bedienelemente medizinischer Geräte
  • Patientennah eingesetzte Komponenten (z. B. Handstücke, Kabel, Schläuche, Haltegriffe)
  • Sterilisationskörbe, Trays, Verpackungen
  • Mobile Geräte, Tablets, Scanner mit Kunststoff- oder Folienoberflächen
  • OP- und Laborausstattung mit regelmäßiger Wischdesinfektion

Vermeiden Sie kostspielige Reklamationen durch chemische Materialschäden.

Wir unterstützen Hersteller, Zulieferer und Entwickler von Medizinprodukten bei der Prüfung und Optimierung der Desinfektionsmittelresistenz – sicher, normgerecht und dokumentationsstark.

FAQ

Wir benötigen 5-10 Originalbauteile oder Musterplatten (z. B. 50 × 50 mm) des Werkstoffs, mindestens eine Probe je Prüfmedium und Auswertezeitpunkt. Bei Baugruppen testen wir auch zusammengesetzte Prüflinge.

Typische Einwirkzeiten sind 24 h, 7 d und 28 d – das Prüfprogramm dauert folglich 4–6 Wochen inklusive Bewertung (Masseänderung, Maßhaltigkeit, Rissbildung, mechanische Kennwerte nach Einwirkung).

Dekra Automobil GmbH, Unidekstraße 5, 75015 Bretten.

Legen Sie den Probebegleitschein aus dem Download-Bereich bei sowie ein Datenblatt der Prüfmedien und des Werkstoffs, soweit verfügbar.

Ja, Chemikalienbeständigkeitsprüfungen nach ISO 175, ISO 22088 und Kundenspezifikation sind DAkkS-akkreditiert. Besonderheiten bei Medizinprodukten (z. B. Desinfektionsmittel-Protokolle nach Herstellerlisten Bode, Ecolab etc.) setzen wir routiniert um.

Ja, unsere Berichte sind MDR-konform aufgebaut und werden regelmäßig als Nachweis im Zulassungsverfahren sowie bei benannten Stellen akzeptiert.

Die Bewertung erfolgt nach Masseänderung, Dimensionsänderung, optischer Beurteilung (Rissbildung, Verfärbung, Quellung), sowie mechanischen Restwerten (Zug, Schlag). Auf Wunsch vergleichen wir gegen Herstellerspezifikation oder ISO-Grenzwerte.